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Putsch in Chile 1973
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Am 11. September 1973 putschte das MilitĂ€r in Chile. Der drei Jahre zuvor demokratisch gewĂ€hlte sozialistische PrĂ€sident Salvador Allende nahm sich das Leben, nachdem die Luftwaffe begonnen hatte, den PrĂ€sidentenpalast La Moneda zu bombardieren, und MilitĂ€r in den Palast eingedrungen war. Eine Junta unter der FĂŒhrung von Augusto Pinochet regierte Chile daraufhin bis zum 11. MĂ€rz 1990 als MilitĂ€rdiktatur. Er war ein zentrales Ereignis im Kalten Krieg mit Ă€hnlich symbolhafter Bedeutung wie die Revolution in Kuba.

Contents

‱ Literatur
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Vorgeschichte

Regierung Allendes

Am 24. Oktober 1970cite-ref-1[1], sieben Wochen nach der Volkswahl, bei der kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen konnte, war der Sozialist Salvador Allende vom Parlament (Nationalkongress), auch mit der UnterstĂŒtzung der Christdemokraten, ins PrĂ€sidentenamt gewĂ€hlt worden.cite-ref-2[2] In den 1960er Jahren hatten politische Polarisierungen in Chile zugenommen. Allendes VorgĂ€nger von 1964–1970, Eduardo Frei Montalva, hatte bereits tiefe soziale und ökonomische Reformen begonnen, etwa die Kupferbergwerke teilweise verstaatlicht (Kupfer war und ist Chiles wichtigstes Exportprodukt, siehe auch Wirtschaft Chiles). Allende fĂŒhrte diese Politik weiter und vertiefte sie. Neben der vollstĂ€ndigen und entschĂ€digungslosen Verstaatlichung der großen Kupferbergwerke und der teilweisen Verstaatlichung von großen Banken und Industriebetrieben fĂŒhrte er auch eine umfassende Agrarreform durch.

Siehe auch: Geschichte Chiles

Zunehmende politisch motivierte Gewalt: 1970–72

Am 8. Juni 1971 wurde der Christdemokrat und Ex-Minister Edmundo PĂ©rez Zujovic ermordet. Die Tat wurde der linksradikalen Gruppe Vanguardia Obrero Popular (VOP) angelastet. Die Linksparteien warfen den Rechten vor, den Mord verĂŒbt zu haben, um die Christdemokraten von der UnterstĂŒtzung Allendes abzubringen. Die genauen HintergrĂŒnde des Anschlages konnten nicht vollstĂ€ndig aufgeklĂ€rt werden. Im folgenden Jahr beendeten die Christdemokraten ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr Allende und schlossen sich der rechten Opposition an.

Ende 1971 besuchte Kubas PrÀsident Fidel Castro vier Wochen lang Chile. Dadurch wurde in Chile wie international der Eindruck verstÀrkt, dass Chile dem kubanischen Modell einer sozialistischen Planwirtschaft folgte.cite-ref-3[3]

Die Proteste im Land schwollen an: Bauern protestierten gegen die DurchfĂŒhrung der Landverteilung, die Kollektive gegenĂŒber Vertragsfarmern bevorzugte, und besetzten Ackerland, was NahrungsmittelengpĂ€sse zur Folge hatte. 1972 mussten Lebensmittel rationiert werden und die Regierung war gezwungen, Devisen fĂŒr die Einfuhr von Nahrungsmitteln aufzuwenden. Im Herbst 1972 streikten etliche Berufsgruppen, darunter Lastwagenfahrer, Bankangestellte, Arbeiter und Studenten, um eine Wende in der Wirtschaftspolitik zu erzwingen. Laut Berichten der New York Times wurden sie dabei teilweise durch geheime Finanzströme der CIA finanziert.cite-ref-4[4] Es kam zu Straßenschlachten. Allende rief den Notstand aus. Radikale rechte Gruppen verĂŒbten Terror und Sabotage. Es soll in Allendes Amtszeit insgesamt 600 TerroranschlĂ€ge auf Eisenbahnen, BrĂŒcken, Hochspannungsleitungen und Pipelines gegeben haben.

Entspannung und Wahlen

Die Einbindung des MilitĂ€rs in die Regierung im November 1972 durch die Ernennung von General Carlos Prats zum Innenminister konnte die angespannte Lage fĂŒr einige Monate beruhigen. Anfang 1973 konnten planmĂ€ĂŸig Parlamentswahlen abgehalten werden. Aufgrund von Bevölkerungswachstum und Wahlrechtsausweitungen der Regierungen Frei und Allende beteiligten sich mit 3,7 Mio. BĂŒrgern fast 1,3 Mio. mehr Menschen bei der Wahl als 1969. Auch die hohe Wahlbeteiligung von mehr als 81 % spiegelt die Politisierung der gesamten Gesellschaft wider.

Bei diesen Wahlen steigerte die Unidad Popular (UP) ihren Stimmenanteil noch einmal auf 44 % und erreichte damit das beste Ergebnis ihrer Geschichte, wobei innerhalb der UP die Sozialisten als radikalste Kraft am stĂ€rksten gewannen und die moderateren Kommunisten, Rechte und gemĂ€ĂŸigte Parteien stagnierten. Die UP erhielt 67 von 150 Sitzen im Abgeordnetenhaus und verfehlte damit die angestrebte absolute Mehrheit. Der parlamentarische Zusammenschluss von Partido Nacional und Christdemokraten unter dem Namen DOCE erlangte mit 55 % der Stimmen eine Parlamentsmehrheit von 75 Abgeordneten und 13 von 25 Senatoren. Diese Patt-Situation besiegelte die politische Blockade: PrĂ€sident Allende konnte auf keine Mehrheit im Parlament bauen, aber andererseits war die vereinigte Opposition zu schwach, Allende des Amtes zu entheben oder die Verfassung zu Ă€ndern – fĂŒr beides wĂ€re eine Zweidrittelmehrheit im Parlament nötig gewesen. Wie geplant traten nach der ordnungsgemĂ€ĂŸen DurchfĂŒhrung der Wahl die MilitĂ€rs von ihren Ministerposten zurĂŒck.

EndgĂŒltige Eskalation: Mai bis September 1973

Die letzte Phase der Regierung Allende war gekennzeichnet durch eine stetige Eskalation der politischen Konfrontation. Der Historiker Mario GĂłngora nannte diese Zeit einen „BĂŒrgerkrieg ohne Waffen“ und verglich ihn mit den letzten Monaten der Spanischen Republik.cite-ref-5[5]

Schon in der Woche nach Allendes Wahl 1970 hatte sich die rechtsextreme Gruppe Patria y Libertad gegrĂŒndet. Sie stand in vorderster Front im Straßenkampf gegen Gruppen der Kommunistischen und Sozialistischen Partei. Dutzende oder hunderte Menschen wurden Opfer der politischen Gewalt beider Seiten.

Auftakt war ein parlamentarischer Boykott, den die Opposition im Mai ausrief. Sie lehnte alle Regierungsvorlagen ohne Debatte ab und kritisierte die Regierung heftig.

Nachdem ein zweimonatiger Streik der Kupferarbeiter in El Teniente, dem zweitgrĂ¶ĂŸten Bergwerk des Landes, im Juni beigelegt wurde, streikten im Juli 1973 erneut Fuhrunternehmer und Spediteure. Bei den Streiks arbeiteten einzelne Arbeitergruppen und GewerkschaftsfĂŒhrer mit der Nationalen Partei und den Studenten der Pontificia Universidad CatĂłlica de Chile in Santiago zusammen. Die Mehrheit der Arbeiter dagegen unterstĂŒtzte die Regierung immer noch.[Quelle?]

Am 29. Juni erfolgte ein erster Putschversuch, der unter dem Namen Tanquetazo berĂŒhmt wurde. Die Erhebung von Coronel Roberto Souper vom Regiment Blindado 2 kostete 22 Menschen das Leben, doch HeeresfĂŒhrer Prats blieb loyal zur Regierung.

Am 26. Juli wurde der Offizier Arturo Araya Peters auf seinem Balkon erschossen. Die Opposition berichtete, die TÀter seien kubanische Agenten und Mitglieder von Allendes LeibwÀchtern Grupo de Amigos Personales (GAP). TatsÀchlich steckte die Patria y Libertad hinter dem Anschlag. Die Mörder Guillermo Claverie, Adolfo Palmer und Guillermo Bunster wurden verhaftet, gingen jedoch unter der spÀteren Diktatur straflos aus.[Quelle?]

Als im Juli ein letzter Versuch einer Einigung mit den Christdemokraten gescheitert war, berief Allende am 9. August erneut MilitĂ€rs in sein Kabinett. Doch diesmal waren es nicht einzelne GenerĂ€le, sondern alle vier Oberkommandierenden der TeilstreitkrĂ€fte, daher der Name Gabinete de Comandantes en Jefe in der Presse. Carlos Prats (Heer) wurde Verteidigungsminister, außerdem wurden RaĂșl Montero (Marine), CĂ©sar Ruiz (Luftwaffe) und JosĂ© MarĂ­a SepĂșlveda (Carabineros de Chile) berufen. Die politische Gesinnung innerhalb des MilitĂ€rs hatte sich jedoch gewendet und verfassungstreue GenerĂ€le wie Prats gerieten zunehmend unter Druck.cite-ref-sater3-6-0[6] Diese Ernennungen fĂŒhrten zum endgĂŒltigen Bruch zwischen Allende und den radikalen Linken. Die MIR etwa sprach von einer „Kapitulation Allendes“ und nannte ihn fortan nicht mehr „compañero“, sondern „señor“. Aber auch Allendes eigene Partei stand immer mehr in offenem Konflikt zu ihm.cite-ref-7[7]

Mitte August reiste der sich im Ruhestand befindliche chilenische Admiral Roberto Kelly in geheimer Mission in das von einem MilitĂ€rregime regierte Brasilien. Die Putschisten befĂŒrchteten, Peru könnte den Staatsstreich dazu nutzen, einige umstrittene Gebiete an der peruanisch-chilenischen Grenze zu besetzen. Das brasilianische Regime hatte ausreichend Informationen, um ihn zu beruhigen. Damit hatten die Putschisten „grĂŒnes Licht“, wenn sie die Mehrheit der anderen MilitĂ€rs in Chile hinter ihrem Ziel vereinen konnten.cite-ref-8[8]

Am 22. August sprach der Kongress in einer symbolischen Geste Allende mit 81 zu 47 Stimmen (die UP hatte im MĂ€rz noch 62 Sitze gewonnen) das Misstrauen aus und forderte die GenerĂ€le zum RĂŒcktritt auf.cite-ref-9[9] Diese folgten dem Aufruf des Parlaments und traten von Ministerposten und auch als Oberkommandierende zurĂŒck. Nachfolger von Prats als Heereschef wurde General Augusto Pinochet, den Prats als verfassungstreu empfohlen hatte, neuer Luftwaffenbefehlshaber wurde Gustavo Leigh. Schon am 26. Mai hatte das Verfassungsgericht der Regierung vorgeworfen, seine Urteile nicht umzusetzen und die Justiz zu behindern.cite-ref-10[10]

Laut Allendes SekretĂ€r plante dieser bereits einige Tage vor dem Putsch ein Plebiszit ĂŒber den Verbleib der Regierung im Amt. DarĂŒber soll Augusto Pinochet informiert worden sein, der Allende daraufhin riet, die AnkĂŒndigung dafĂŒr auf den 11. September zu vertagen.cite-ref-11[11] Dadurch gab es keine Möglichkeit mehr die Abstimmung durchzufĂŒhren. Einige Gegner der Regierung unter Allende bezweifeln, dass dieser ein Plebiszit plante.cite-ref-12[12]

Ablauf des Putsches

Im Morgengrauen des 11. Septembers 1973 begann der Putsch der StreitkrĂ€fte Chiles, in dessen Verlauf die demokratisch gewĂ€hlte Regierung Chiles gestĂŒrzt wurde. Das in den PrĂ€sidentenpalast eindringende MilitĂ€r fand Allende mit einer Schusswunde im Kopf tot auf.

Die ersten Stunden des Putsches aus der Sicht Allendes

Am 11. September 1973 wurde PrĂ€sident Salvador Allende um 06:20 Uhr durch das Telefon geweckt. Er erhielt die Nachricht, die Flotte in ValparaĂ­so, der grĂ¶ĂŸten Hafenstadt Chiles, habe sich gegen ihn erhoben und fordere seinen RĂŒcktritt. Allende versuchte sofort, den Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte General Augusto Pinochet zu erreichen – dieser meldete sich nicht. Allende begab sich mit seinem Kabinett und einigen Freunden und Familienangehörigen in den PrĂ€sidentenpalast La Moneda, darunter zwei seiner Töchter, sein Arzt, die Leibwache des PrĂ€sidenten und seine PrivatsekretĂ€rin und langjĂ€hrige Geliebte Miria Contreras. Nur der Verteidigungsminister Orlando Letelier war nicht anwesend – er war bereits von den Putschisten festgenommen worden.

Um 8 Uhr wurde eine ErklĂ€rung der Putschisten, die sich als MilitĂ€rregierung bezeichneten, im Radio verlesen. Erst hier gab sich General Pinochet als Putschist zu erkennen. Wenige Minuten spĂ€ter erhielt Allende einen Anruf der Putschisten – sie forderten seinen RĂŒcktritt und wĂŒrden ihm im Gegenzug erlauben, sofort mit seiner Familie außer Landes zu fliegen. Er lehnte dies entschlossen ab. Um 09:30 Uhr drohten die Putschisten mit der Bombardierung La Monedas. Allende forderte die Carabineros-Palastgarde und alle Unbewaffneten auf, das GebĂ€ude zu verlassen. Er selbst blieb mit wenigen Getreuen zurĂŒck und bereitete sich auf seinen letzten Kampf vor.

Die letzte Rede Allendes

Am 11. September gegen elf Uhr morgens hielt PrÀsident Allende seine letzte Rede im Radio. Die Luftwaffe hatte schon die meisten regierungstreuen Radiostationen bombardiert und nur noch einzelne sendeten Allendes letzte Worte an das chilenische Volk.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]

„Mit Sicherheit ist dies die letzte Gelegenheit, mich an Sie zu wenden. [
] Mir bleibt nichts anderes, als den Arbeitern zu sagen: Ich werde nicht aufgeben! In diesem historischen Moment werde ich die Treue zum Volk mit meinem Leben bezahlen. [
] Sie haben die Macht, sie können uns ĂŒberwĂ€ltigen, aber sie können die gesellschaftlichen Prozesse nicht durch Verbrechen und nicht durch Gewalt aufhalten. Die Geschichte gehört uns und sie wird durch die Völker geschrieben. Arbeiter meiner Heimat: Ich möchte Ihnen fĂŒr Ihre Treue danken. [
] Es lebe Chile! Es lebe das Volk! Es leben die Arbeiter! Dies sind meine letzten Worte und ich bin sicher, dass mein Opfer nicht umsonst sein wird, ich bin sicher, dass es wenigstens ein symbolisches Zeichen ist gegen den Betrug, die Feigheit und den Verrat.“

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Último Discurso

Angriff auf die Moneda

Ab 11:55 Uhr griffen Kampfjets der Fuerza AĂ©rea de Chile vom Typ Hawker Hunter den PrĂ€sidentenpalast La Moneda an. Auch regierungsfreundliche Radiosender sowie einige Viertel der Hauptstadt, in denen mehrheitlich Aktivisten und Sympathisanten der Unidad Popular wohnten, sollen bombardiert worden sein. Die DDR Dokumentarfilm-Regisseure Walter Heynowski und Gerhard Scheumann befanden sich fĂŒr Dreharbeiten zu dieser Zeit in Santiago de Chile. Sie waren in einem Hotel gegenĂŒber dem PrĂ€sidentenpalast untergebracht. Deshalb gelangen ihrem Kameramann Peter Hellmich vom Balkon aus die einzigen Filmaufnahmen vom Beschuss der La Moneda.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17]

Erstes Opfer des Putsches wurde einer der engsten Freunde des PrĂ€sidenten, der bekannte Journalist und Leiter des Fernsehsenders Canal 7, Augusto Olivares („El Perro“). Dieser nahm sich im Erdgeschoss der Moneda mit einem Sturmgewehr das Leben. Mitten im Chaos ordnete Allende eine Schweigeminute fĂŒr diesen an.

Der Tod Allendes

Gegen 14 Uhr begann die Armee mit der ErstĂŒrmung des Palastes. Nach kurzem Gefecht ordnete Allende die Kapitulation an. Nur er selbst blieb im „Saal der UnabhĂ€ngigkeit“ zurĂŒck und beging dort Suizid.cite-ref-sater-2-18-0[18] Seine Selbsttötung wurde durch seine Ärzte Patricio GuijĂłn und JosĂ© Quiroga bezeugt, die den Suizid beobachteten.cite-ref-dw-19-0[19] Neben den beiden ĂŒberlebenden Ärzten wurden fĂŒnf weitere Personen des nĂ€heren Umfelds Allendes Augenzeugen seines Suizides:

‱ Arsenio Poupin Oissel – Kabinettsmitglied, wenige Tage spĂ€ter ermordet
‱ Enrique Huerta CorvalĂĄn – Verwaltungsdirektor der Moneda, wenige Tage spĂ€ter ermordet
‱ David Garrido – Sicherheitsbeamter, Überlebender
‱ Ricardo Pincheira – Sicherheitsbeamter, Überlebender
‱ Pablo Manuel Zepeda Camillieri – Mitglied der Garde des PrĂ€sidenten, Überlebender

Trotzdem glaubten einige AnhÀnger, Allende sei von eingedrungenen Soldaten erschossen worden, die dann einen Selbstmord inszeniert hÀtten. Im Jahre 1990, nach Ende der MilitÀrdiktatur, wurde der Suizid des PrÀsidenten durch eine erneute Obduktion bestÀtigt, deren Ergebnisse im Einklang mit den Aussagen der Augenzeugen sowie des polizeilichen Untersuchungsberichts stehen. Seine Angehörigen (Ehegattin, Tochter) bestÀtigten diesen Ablauf.

Dennoch wurden immer wieder Zweifel an den TodesumstĂ€nden geĂ€ußert,cite-ref-benitez-20-0[20]cite-ref-dw-19-1[19]cite-ref-21[21] die am 23. Mai 2011 zu einer Exhumierung von Allendes sterbliche Überreste fĂŒhrten, um endgĂŒltig seine Todesursache zu klĂ€ren.cite-ref-22[22] Mitte Juli 2011 gab die chilenische Behörde fĂŒr Gerichtsmedizin bekannt, dass sich Allende im Zuge des gewaltsamen Umsturzes selbst mit einer Kalaschnikow erschossen habe. Dabei sei die Waffe auf Dauerfeuer gestellt gewesen, weshalb sich insgesamt zwei SchĂŒsse lösten.cite-ref-23[23] Es gebe laut dem Ergebnis des internationalen Expertenteams keinerlei Hinweise, dass eine zweite Person in seinen Tod verwickelt gewesen sei.cite-ref-24[24] Damit wurden die Aussagen der Augenzeugen erneut bestĂ€tigt.

Menschenrechtsverletzungen

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Hauptartikel

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Folter in Chile

Unmittelbar nach dem Putsch gab es die meisten Opfer, sowohl von Folterungen wie von politischen Morden. Allein am 11. September wurden 2.131 Menschen aus politischen GrĂŒnden verhaftet, bis Ende des Jahres waren es 13.364. 43 % der Opfer wurden von Carabineros (Polizisten) verhaftet und weitere 30 % von Soldaten des Heeres (der Rest meist von Angehörigen von Luftwaffe und Marine oder Geheimdiensten). Opfer waren vor allem Mitglieder und Sympathisanten von Regierung, Linksparteien und Gewerkschaften. Die Festnahmen erfolgten meist in Fabriken, UniversitĂ€ten und GebĂ€uden von Regierung, Linksparteien und Gewerkschaften. Oft wurden fast alle Anwesenden massenweise verhaftet. Öffentliche GebĂ€ude wie Stadien, Konferenzhallen und Schulen wurden zu Lagern umgerĂŒstet. Der berĂŒhmteste Fall ist das Estadio Nacional, in dem alleine mehr als 40.000 Gefangene zusammengetrieben worden sind. DarĂŒber hinaus gab es Lager in Pisagua und Chacabuco, und die berĂŒchtigte Colonia Dignidad wurde ebenfalls zu Folterungen benutzt.cite-ref-25[25] Den Gefangenen wurde Kontakt mit einem Anwalt oder ihrer Familie genauso verweigert wie ein Prozess. Die Familien wurden ĂŒber den Verbleib der „Verschwundenen“ im Ungewissen gelassen. Das Ende dieser „ersten Phase“ wurde durch die Schließung des Lagers im Estadio Nacional im November eingeleitet. Parallel wurde das grĂ¶ĂŸte GeheimgefĂ€ngnis „Londres 38“ eröffnet und informell die DirecciĂłn de Inteligencia Nacional (DINA) gegrĂŒndet, der wichtigste Inlands-Geheimdienst im Zeitraum von 1974 bis 1977. FĂŒhrende Mitglieder der DINA waren Absolventen der US-amerikanischen MilitĂ€rakademie School of the Americas, die wiederholt wegen der Ausbildung lateinamerikanischer MilitĂ€rs in UnterdrĂŒckungs- und Foltertechniken unter scharfe Kritik geriet.cite-ref-spon-26-0[26] Selbst fĂŒr die chilenischen MaßstĂ€be galt die DINA in ihren Methoden als außergewöhnlich brutal.cite-ref-27[27]

Im Nationalstadion von Santiago wurden die Opfer interniert, viele von ihnen gefoltert und getötet. Insgesamt wurden vermutlich etwa 3197 (gesicherte Anzahl der Opfer) bis 4000 Menschen wĂ€hrend der Diktatur ermordet, der Großteil davon in den Wochen nach dem Putsch. Etliche Menschen verschwanden spurlos und auf bis heute ungeklĂ€rte Weise. Etwa 20.000 Menschen flohen noch 1973 ins Ausland. Die Hauptverwaltung AufklĂ€rung (HV A) im Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der DDR half im Herbst 1973 bei der Ausschleusung fĂŒhrender chilenischer Linkspolitiker, etwa von Carlos Altamiranos, nach Argentinien.cite-ref-28[28]

Als Todeskarawane erlangte ein Exekutionskommando unter Kommandant Arellano Stark traurige BerĂŒhmtheit. Als Pinochet persönlich unterstellter und spĂ€ter zum General ernannter Offizier ermordeten er und seine Soldaten im ganzen Land 75 bereits verhaftete Regimegegner.cite-ref-29[29]

Nach den bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen, von unglaublicher und massenhafter Gewalt seitens der MilitĂ€rs geprĂ€gten Wochen nach dem Putsch mit tausenden Toten ging das Regime in den nĂ€chsten Jahren dazu ĂŒber, die politische Opposition auszuschalten. Hunderte Menschen wurden entfĂŒhrt, gefoltert oder „auf der Flucht erschossen“. Tausende wurden zwangsweise des Landes verwiesen oder in abgelegene Landesteile im Norden oder SĂŒden verbannt. Nach 1977 war praktisch jeder Widerstand ausgeschaltet, alle Gegner ermordet, im Ausland oder eingeschĂŒchtert.

SchÀtzung der Opferzahlen durch Zeitzeugen

FĂŒr die Zeit unmittelbar nach dem Putsch sind die Berichte ĂŒber die begangenen Verbrechen oft lĂŒckenhaft oder fehlen ganz. Etwa ab 1976 sind die Verbrechen dagegen relativ gut dokumentiert. Die SchĂ€tzungen ĂŒber die Opferzahlen variieren deshalb sehr stark. Die SchĂ€tzung von Amnesty International mit bis zu 30.000 Toten alleine im ersten Jahr der Diktatur ist wohl aus heutiger Sicht als zu hoch anzusehen. Interessant ist, dass die US-Botschaft immerhin von 5.000 Ermordeten ausgeht.

Nach der RĂŒckkehr zur Demokratie dokumentierte die Rettig-Kommission die politischen Morde der MilitĂ€rjunta. Ein aktualisierter Abschlussbericht aus dem Jahre 1996 dokumentiert 3.197 Morde mit biographischen Daten. Die Zahl der Opfer des MilitĂ€rregimes dĂŒrfte also zwischen 3.200 und 4.000 liegen. Davon wurde die ĂŒberwiegende Zahl innerhalb der ersten Tage und Wochen nach dem Putsch ermordet.

Ende Oktober 1973 hatte die Junta ein „Weißbuch“ herausgegeben, in welchem sie von ihren eigenen Gewalttaten abzulenken versuchte und angeblich unter Allende begangene wirtschaftspolitische Fehler und politische Morde auflistete. Unter Allendes Unidad-Popular-Regierung war es allerdings niemals zu Mord und Folter an politischen Gegnern gekommen, im scharfen Gegensatz zum Regime der MilitĂ€rjunta.

| Quelle | Datum der SchÀtzung | Tote |
|---|---|---|
| CIA -Direktor William Colby | Oktober 1973 | 2.000 – 0 3.000 |
| Amnesty International | September 1974 | 5.000 – 30.000 |
| amerikanische Botschaft in Santiago | | ca. 5.000 |
| VicarĂ­a de la Solidaridad | | mindestens 1.200 |
| AgrupaciĂłn de Familiares de Ejecutados | | ca. 2.500 |
| Interamerikanische Menschenrechtskommission der OAS | | ca. 1.500 |

Verdeckte Operationen der CIA in Chile

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Hauptartikel

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US-Intervention in Chile

Im Herbst 1963 hatte die Kennedy-Regierung entschieden, aktiv gegen Allendes Kampagne vorzugehen und im MĂ€rz 1964 begann eine verdeckte Operation zur UnterstĂŒtzung der Christdemokratischen Partei Chiles (spanisch: Partido DemĂłcrata Cristiano de Chile, abgekĂŒrzt PDC) fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl am 4. September 1964. Der Kandidat der PDC, Eduardo Frei, gewann die Wahl.cite-ref-31[31] Als 1969 Richard Nixon zum PrĂ€sidenten der USA gewĂ€hlt wurde und Henry Kissinger zu seinem einflussreichen Sicherheitsberater aufstieg, wurde die direkte und illegale Einflussnahme im Namen der „Realpolitik“ auf ganz Lateinamerika deutlich stĂ€rker – auch auf Chile. Nachdem die USA die Wahl Allendes 1970 trotz Wahlkampfbeeinflussung fĂŒr mehr als 7 Millionen US-Dollar nicht verhindern konnten, versuchten sie, noch vor dessen AmtseinfĂŒhrung die MilitĂ€rs zum Putsch zu bewegen, was jedoch scheiterte. Sie wendete sowohl offizielle Mittel wie massiven Druck des Botschafters auf die Christdemokraten (Track One) als auch massive Geheimoperationen der CIA (Track Two) an.

Die streng geheimen Operationen, intern als Project Fubelt bezeichnet, sollten bis zu 10 Millionen Dollar kosten. Weder Außenminister William P. Rogers noch Verteidigungsminister Melvin Laird noch der US-Botschafter in Santiago, Edward M. Korry noch die CIA-FĂŒhrung in Chile wurden informiert. CIA-Direktor Richard Helms sagte spĂ€ter ĂŒber die Operation: „Niemals in meiner Karriere als CIA-Chef habe ich eine derartige Geheimhaltung erlebt und niemals eine derartig unbeschrĂ€nkte Macht gehabt.“ Das Project FUBELT gipfelte im ersten politischen Mord in Chile seit der Ermordung von Diego Portales im Jahre 1837. Der Oberkommandierende des Heeres, RenĂ© Schneider, war zwar den USA freundlich gegenĂŒber eingestellt, einer langen Tradition chilenischer MilitĂ€rs nach aber verfassungstreu (die sogenannte Schneider-Doktrin). Am 22. Oktober 1970 wurde er bei einem EntfĂŒhrungsversuch von Juan Luis Bulnes Cerda, Diego Izquierda MenĂ©ndez und Jaime Megoza Garay angeschossen und starb drei Tage spĂ€ter. Verstrickt in den Mord waren zahlreiche hohe chilenische MilitĂ€rs wie Heeresgeneral Camilo Valenzuela und Roberto Viaux, die Maschinengewehre und TrĂ€nengasgranaten stammten von der CIA.cite-ref-32[32] Der Versuch einer Destabilisierung des Landes scheiterte fulminant: Noch bevor Schneider starb, wurde Allende zum PrĂ€sidenten ernannt und alle politischen KrĂ€fte unterstĂŒtzten die Schneider-Doktrin.cite-ref-33[33]

Der Mord an René Schneider wurde u. a. bald darauf vom chilenischen Liedermacher Víctor Jara in seinem Lied Las casitas del barrio alto thematisiert.

Der Historiker Christopher Andrew schrieb, dass Forschungen von Kristian Gustafson 2007 gezeigt hĂ€tten, dass die Behauptung, die CIA habe den Sturz von Allende und den Aufstieg seines Nachfolgers Augusto Pinochet inszeniert, falsch sei.cite-ref-34[34] Die CIA wusste, dass ein Umsturz vorbereitet wurde, war aber nicht direkt an den Planungen beteiligt und erfuhr erst kurz vor dem Putsch von der geplanten MachtĂŒbernahme.cite-ref-35[35] Stephen M. Streeter schrieb 2023, bis praktisch zur letzten Stunde vor dem eigentlichen Putsch seien US-Beamte im Unklaren darĂŒber geblieben, ob ein Putsch stattfinden wĂŒrde und die vorliegenden Beweise wĂŒrden nicht auf eine direkte Beteiligung der Vereinigten Staaten hindeuten.cite-ref-36[36] Piero Gleijeses schrieb, die UnterstĂŒtzung der Vereinigten Staaten sei zwar indirekt, aber wichtig gewesen. Technisch gesehen habe das chilenische MilitĂ€r auf eigene Faust gehandelt, aber die CIA hatte eine Destabilisierungskampagne durchgefĂŒhrt und Gruppen unterstĂŒtzt, die einen Staatsstreich anstrebten. In den Worten von Peter Kornbluh scheint die CIA „nach der engsten Definition von ‚direkter Rolle‘ - Bereitstellung von Planung, AusrĂŒstung, strategischer UnterstĂŒtzung und Garantien“ nicht an den gewaltsamen Aktionen des chilenischen MilitĂ€rs beteiligt gewesen zu sein. Die CIA schuf jedoch, so Henry Kissinger, „die bestmöglichen Bedingungen [fĂŒr einen Putsch]“.cite-ref-37[37] Kissinger erklĂ€rte gegenĂŒber dem algerischen PrĂ€sidenten Houari Boumedienne, dass die Welt den Vereinigten Staaten zu viel Anteil am Sturz von Allende gegeben habe. Dieser EinschĂ€tzung stimmte die Historikerin Tanya Harmer zu.cite-ref-38[38]

Internationale Reaktionen auf den Putsch

Die CIA hatte den Bundesnachrichtendienst bereits einige Tage vor dem geplanten Putsch unterrichtet. Laut dem CIA-Agenten Jack Devine, der zu dieser Zeit verdeckt in Santiago de Chile operierte, erfuhr er am 9. September von seinen Quellen beim chilenischen MilitĂ€r vom Zeitplan fĂŒr den Putsch und informierte umgehend das Hauptquartier, das wiederum das Weiße Haus in Kenntnis setzte.cite-ref-39[39] Der Bundesnachrichtendienst soll es jedoch unterlassen haben, den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt vom geplanten Umsturz zu unterrichten. Mit Alfred Spuhler, einem Stasi-Spion im BND, war die Information jedoch in die DDR gelangt. Eine Warnung aus Ost-Berlin an Allende kam zu spĂ€t.cite-ref-40[40] In der Folgezeit wurden zahlreiche politisch verfolgte Linke durch das MfS aus Chile ausgeschleust und in die DDR gebracht, wo sie Asyl erhielten. Prominentestes Beispiel ist Carlos Altamirano, GeneralsekretĂ€r der Sozialistischen Partei Chiles.cite-ref-41[41] Die DDR nahm insgesamt ca. 2000 FlĂŒchtlinge auf, verurteilte den Putsch und zog kurz darauf ihren Botschafter in Chile ab. Die Bundesrepublik Deutschland bot mehr als 4000 FlĂŒchtlingen Asyl.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]

Gegen den MilitĂ€rputsch und die in seinem Zuge begangenen Menschenrechtsverletzungen erhoben sich weltweit Proteste in den IndustrielĂ€ndern. Die schon vor dem Putsch existierenden BemĂŒhungen, in Europa SolidaritĂ€t mit der chilenischen Linken zu organisieren, wurden dadurch gestĂ€rkt und verbanden sich mit den Massenprotesten zu einer großen SolidaritĂ€tsbewegung mit Chile.cite-ref-44[44] In der DDR organisierte der Verband Bildender KĂŒnstler der DDR eine Grafik-SolidaritĂ€tsaktion „Helft Chile“, an der sich viele KĂŒnstler beteiligten. Amnesty International setzte sich hartnĂ€ckig fĂŒr die Freilassung politischer Gefangener und die AufklĂ€rung des Verbleibs der gewaltsam spurlos „Verschwundenen“ ein, die als Desaparecidos bekannt wurden.cite-ref-45[45] In Kanada entstand das ComitĂ© de solidaritĂ© QuĂ©bec-Chili.cite-ref-46[46]

Trotz internationaler Empörung ĂŒber die Grausamkeit des Pinochet-Regimes unterstĂŒtzten die USA die Diktatur weiterhin. So erhielten die Putschisten 1976 eine direkte Hilfe von 290 Millionen US-Dollar von den Vereinigten Staaten.cite-ref-47[47]

Hilfe fĂŒr FlĂŒchtlinge in beiden deutschen Staaten

In der Hauptstadt Santiago flĂŒchteten hunderte Menschen auf das GelĂ€nde der deutschen Botschaft. Es gab Drohungen von MilitĂ€rs, das GelĂ€nde zu stĂŒrmen. Der Frankfurter OberbĂŒrgermeister Rudi Arndt (1927–2004, (SPD)) entschied, dass Frankfurt chilenische FlĂŒchtlinge aufnehme. Er ließ UnterkĂŒnfte in Wohnheimen und Deutschkurse vorbereiten. Der DGB-Landesvorstand beauftragte Dieter Hooge mit der Koordination der Hilfe. Arndt bewog die Lufthansa dazu, chilenische FlĂŒchtlinge kostenlos nach Frankfurt auszufliegen. Piloten und Flugbegleiter erklĂ€rten, dass sie freiwillig und ohne Lohn die FlĂŒchtlinge ausfliegen werden.

Am 7. Dezember traf das erste Flugzeug in Frankfurt ein. Die Bundesrepublik nahm insgesamt ĂŒber 4.000 FlĂŒchtlinge auf; die DDR etwa 2.000.cite-ref-48[48]

Aus Anlass des 40. Jahrestags des Putsches gegen Allende analysierte der Berliner Historiker Georg J. Dufner die Beziehung der beiden deutschen Staaten zu Chile.cite-ref-49[49]

Literatur

‱ Willi Baer, Karl-Heinz Dellwo (Hrsg.): Salvador Allende und die Unidad Popular. Laika-Verlag, Hamburg 2013, ISBN 978-3-942281-64-5.
‱ Willi Baer, Karl-Heinz Dellwo (Hrsg.): Diktatur und Widerstand in Chile. Laika-Verlag, Hamburg 2013, ISBN 978-3-942281-65-2.
‱ Willi Baer, Karl-Heinz Dellwo (Hrsg.): Die Schlacht um Chile. Der Kampf eines Volkes ohne Waffen (= Bibliothek des Widerstands. Band 7). Laika-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-942281-76-8.
‱ Hans-Werner Bartsch, Martha Buschmann, Gerhard Stuby, Erich Wulff (Hrsg.): Chile ein Schwarzbuch. Pahl-Rugenstein, 1974, ISBN 3-7609-0138-7.
‱ Ignacio González Camus (Hrsg.): El día en que murió Allende. Instituto Chileno de Estudios Humanísticos (ICHEH) und Centro de Estudios Sociales (CESOC), Santiago de Chile 1988, ISBN 978-956-324-196-9.
‱ Thomas Grimm (Hrsg.): 9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet. Kinder des chilenischen Exils in Deutschland. bpb-Schriftenreihe, Bonn 2023, ISBN 978-3-7425-1067-9.
‱ Kristian Gustafson: Hostile Intent. U.S. Covert Operations in Chile, 1964–1974. Potomac Books, Washington, D.C. 2007, ISBN 978-1-59797-097-6.
‱ Tanya Harmer: Allende’s Chile and the Inter-American Cold War. The University of North Carolina Press, Chapel Hill 2011, ISBN 978-1-4696-1390-1.
‱ Peter Kornbluh: The Pinochet File: A Declassified Dossier on Atrocity and Accountability. 2. Auflage. New Press, New York 2013, ISBN 978-1-59558-912-5.
‱ Cristian Alvarado Leyton (Hrsg.): Der andere 11. September. Gesellschaft und Ethik nach dem MilitĂ€rputsch in Chile. WestfĂ€lisches Dampfboot, MĂŒnster 2010, ISBN 978-3-89691-796-6.
‱ James F. Petras, Morris H. Morley: How Allende Fell. A Study in US-Chilean Relations. Spokesman Books, Nottingham 1974, ISBN 0-85124-090-9.
‱ Pablo Seguel GutiĂ©rrez: Soldados de la represiĂłn. Anticomunismo, seguridad nacional y contrasubversiĂłn en las Fuerzas Armadas chilenas, 1970–1975. Ediciones UAH, Santiago de Chile 2022, ISBN 978-956-357-341-1.
‱ Stephen M. Streeter: “Uncool and Incorrect” in Chile. The Nixon Administration and the Downfall of Salvador Allende. McFarland, Jefferson 2023, ISBN 978-1-4766-8883-1.
‱ Patricia Verdugo: Cómo la Casa Blanca provocó su muerte. 2. Auflage. Catalonia Libros, Santiago de Chile 2003, ISBN 956-8303-00-6.

Audiovisuelle Medien

‱ Michael Trabitzsch: Der letzte Tag des Salvador Allende. (Film, D, 2004, 80 min)
‱ Vermisst (Film, USA, 1982, 122 min)
‱ Der Übergang (DEFA-Spielfilm, DDR 1978, Regie: Orlando LĂŒbbert, nach einem Szenarium von Wolfgang Kohlhaase)
‱ Es regnet ĂŒber Santiago (F/BUL 1975, Il Pleut sur Santiago/Nad Santiago wali, Regie: Helvio Soto)
‱ BND gegen Stasi – Deutsche Geheimdienste und Diplomaten in Chile '73. MDR / Das Erste (Fakt), Dokumentarfilm, Deutschland, 36 Min., Regie/Drehbuch: Christian Bergmann, Tom Fugmanncite-ref-50[50]

Siehe auch
Weblinks

‱ Wiss. Dienste, Deutscher Bundestag: 11-September-1973-Militaerputsch-in-Chile.pdf
‱ Privatseite eines Zeitzeugen
‱ Allendes letzte Rede:

‱ Última alocución de Salvador Allende auf Wikisource (spanisch)
‱ Wortlaut der Rede auf Spanisch und Originalmitschnitt (MP3)
‱ Salvador Allende: Die letzten Worte Allendes. In: www.fr.de. Abgerufen am 15. September 2023
‱ Deutsche Übersetzung (MP3)

‱ Ulrich Biermann und Veronika Bock: Vor 50 Jahren: MilitĂ€rputsch in Chile WDR ZeitZeichen vom 11. September 2023. (Podcast, verfĂŒgbar bis 11. September 2099.)
‱ 9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung und Zeitzeugen-TV, Juli 2023; abgerufen am 5. Oktober 2023 (Dokumentarfilm ĂŒber die Kinder des Exils in Deutschland, Regie: Thomas Grimm, D, 90 min).
‱ Peter Kornbluh: Chile’s Coup at 50. Countdown Toward a Coup. National Security Archive, 8. September 2023; abgerufen am 9. Dezember 2023 (englisch).

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Christoph Twickel: 40 Jahre Pinochet-Putsch gegen die Regierung Allende: "Nachts hörten wir die SchĂŒsse der Exekutionen". In: Der Spiegel. 11. September 2013, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Oktober 2025]).
cite-note-22. ↑ Großes Experiment. In: Der Spiegel. 8. November 1970, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Oktober 2025]).
cite-note-33. ↑ Datenbank von Reden Castros (Memento vom 30. Mai 2004 im Internet Archive) der UniversitĂ€t von Texas. (englisch)
cite-note-44. ↑ Seymour M. Hersh Special to The New York Times: C.I.A. Is Linked to Strikes In Chile That Beset Allende. In: The New York Times. 20. September 1974, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 11. Mai 2022]).
cite-note-55. ↑ „una guerra civil todavĂ­a no armada, pero catĂĄstofica, anĂĄloga a los Ășltimos meses de la RepĂșblice española, antes de julio de 1936“ (Mario GĂłngora)
cite-note-sater3-66. ↑ William F. Sater: Chile and the United States. Empires in Conflict. University of Georgia Press, Athens 1990, S. 178–181, ISBN 0-8203-1249-5
cite-note-77. ↑ etwa in einer ErklĂ€rung vom 8. September: „
 han optado por la tĂĄctica criminal del repligue y la capitulaciĂłn frente a las exigencias patronales.“
cite-note-88. ↑ Tanya Harmer: Allende’s Chile and the Inter-American Cold War. The University of North Carolina Press, Chapel Hill 2011, ISBN 978-1-4696-1390-1, S. 220 (englisch, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-99. ↑ ErklĂ€rung ĂŒber den Zusammenbruch der chilenischen Demokratie (Memento vom 28. Juni 2002 im Internet Archive)
cite-note-1010. ↑ William F. Jasper: Patriot Enchained. (Memento vom 15. MĂ€rz 2005 im Internet Archive) In: The New American. Band 15, Nr. 19, 13. September 1999.
cite-note-1111. ↑ Carlos Jorqueira, ĂŒbersetzt:„Pinochet beglĂŒckwĂŒnschte seine [,Allendes] Entscheidung und bat dann seine Rede nicht am Montag, sondern am Mittwoch zu halten - wegen 'armeeinterner Probleme'.“ - aus „Verrat in Santiago- Wer hat Salvador Allende getötet?“ von Wilfried Huismann (Interview u. a. erreichbar unter [1] ab Minute 36:00)
cite-note-1212. ↑ Patricio Aylwin sagte in einem Interview dazu, bis heute sei umstritten, ob dies Allendes Absicht gewesen sei: „Briones nos dijo que Allende buscarĂ­a una fĂłrmula de salida, que una de Ă©sas serĂ­a el plebiscito. Pero no hay ninguna prueba.“, El Mercurio vom 24. Dezember 2006, Patricio Aylwin y las denuncias de mal uso de dineros pĂșblicos: “Indudablemente que hubo corruptela” (Memento vom 1. Januar 2007 im Internet Archive)
cite-note-1313. ↑ Salvador Allende: Die letzten Worte Allendes. Am 11. September 1973 hielt der chilenische PrĂ€sident, Salvador Allende, im bombardierten und beschossenen Amtssitz La Moneda seine letzte Rede. In: www.fr.de. Frankfurter Rundschau, 4. Februar 2019, abgerufen am 15. September 2023.
cite-note-1414. ↑ Johnny Norden: Chilenischer Ex-PrĂ€sident Salvador Allende: So wurde seine letzte Rede gerettet. Wiedergelesen: Drei Stunden vor seinem Tod am 11. September 1973 hielt der chilenische PrĂ€sident Allende noch eine Ansprache an sein Volk: "Die Geschichte gehört uns." Der DDR-Diplomat Johnny Norden sicherte sie auf einer geschmuggelten Tonbandcassette, er war 1971 als KulturattachĂ© an die Botschaft der DDR in Chile gekommen. In: www.bpb.de. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 11. September 2023, abgerufen am 15. September 2023.
cite-note-151. nach ciudadseva.com (Memento vom 9. November 2006 im Internet Archive)
cite-note-1616. ↑ Gabriele Töpferwein: Im Feuer bestanden - Die Chile-Filme der DDR-Dokumentarfilmer Heynowski und Scheumann. 2. Oktober 2013, abgerufen am 8. Januar 2025.
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cite-note-sater-2-1818. ↑ William F. Sater: Chile and the United States. Empires in Conflict. Athens / London 1990, S. 181.
cite-note-dw-1919. ↑ Mirjam Gehrke: Chile will Tod von Allende aufklĂ€ren, Deutsche Welle, 30. Januar 2011, abgerufen am 31. Januar 2011.
cite-note-benitez-2020. ↑ Hermes H. Benitez: Las muertes de Salvador Allende: una investigacion critica de las principales versiones de sus ultimos momentos. RIL editores, Santiago 2006, ISBN 956-284-497-8.
cite-note-2121. ↑ Justiz untersucht Allendes Tod. In FAZ, 31. Januar 2011, S. 5
cite-note-2222. ↑ SĂŒddeutsche Zeitung Nr. 119/2011 vom 24. Mai 2011, S. 8 (TodesumstĂ€nde werden geklĂ€rt Salvador Allende exhumiert – n-tv.de).
cite-note-2323. ↑ Chile: Scientific autopsy confirms Allende suicide in US-Today (englisch), 19. Juli 2011 (abgerufen am 20. Juli 2011).
cite-note-2424. ↑ Salvador Allende beging laut Autopsie Selbstmord bei welt.de, 19. Juli 2011 (abgerufen am 20. Juli 2011).
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cite-note-3535. ↑ Odd Arne Westad: Der Kalte Krieg. Eine Weltgeschichte. Klett-Cotta, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-608-98148-3, S. 398–399 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche – englisch: The Cold War. A World History. London 2017.).
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cite-note-3737. ↑ Piero Gleijeses: Marxist Revolutions and Regimes in Latin America and Africa in the 1970s. In: Juliane FĂŒrst, Silvio Pons, Mark Selden (Hrsg.): Endgames? Late Communism in Global Perspective, 1968 to the Present (= The Cambridge History of Communism. Band 3). Cambridge University Press, Cambridge 2017, ISBN 978-1-316-50159-7, S. 95–120, hier S. 97, doi:10.1017/9781316471821 (englisch, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche). Peter Kornbluh: The Pinochet File. A Declassified Dossier on Atrocity and Accountability. The New Press, New York 2013, ISBN 978-1-59558-912-5, S. 114–115 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche). Peter Kornbluh: Chile’s Coup at 50. Countdown Toward a Coup. National Security Archive, 8. September 2023, abgerufen am 30. Januar 2024 (englisch).
cite-note-3838. ↑ Tanya Harmer: Allende’s Chile and the Inter-American Cold War. The University of North Carolina Press, Chapel Hill 2011, ISBN 978-1-4696-1390-1, S. 253 (englisch, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-3939. ↑ Jack Devine: What Really Happened in Chile: The CIA, the Coup Against Allende, and the Rise of Pinochet. In: Foreign Affairs. Band 93, Nr. 4, Juli/August 2014, S. 26–35; hier: S. 26 f.
cite-note-4040. ↑ Peter MĂŒller, Michael Mueller, Erich Schmidt-Eenboom: Gegen Freund und Feind. Der BND: Geheime Politik und schmutzige GeschĂ€fte. 2002, Rowohlt.
cite-note-4141. ↑ Flucht vor der Junta. Die DDR und der 11. September. Berlin 2005.
cite-note-4242. ↑ Mit Pinochet machte die DDR beste GeschĂ€fte. In: Die Welt. 5. Sep. 2013.
cite-note-4343. ↑ Ilse Schimpf-Herken: Exil zwischen SolidaritĂ€t und Bevormundung. In: Chile, Nummer 233, lateinamerika-nachrichten.de. November 1993, abgerufen am 15. November 2021.
cite-note-4444. ↑ Urs MĂŒller-Plantenberg: Historische Grundlagen. Der Putsch in Chile und die SolidaritĂ€tsbewegung in Europa. In: Olaf Kaltmeier, Michael Ramminger (Hrsg.): Links von Nord und SĂŒd. Chilenisch-deutsche Ortsbestimmungen im Neoliberalismus. Lit-Verlag: MĂŒnster / Hamburg / London 1999, S. 27–37, hier: 27.
cite-note-4545. ↑ Urs MĂŒller-Plantenberg: Historische Grundlagen. Der Putsch in Chile und die SolidaritĂ€tsbewegung in Europa. In: Olaf Kaltmeier, Michael Ramminger (Hrsg.): Links von Nord und SĂŒd. Chilenisch-deutsche Ortsbestimmungen im Neoliberalismus. Lit-Verlag: MĂŒnster / Hamburg / London 1999, S. 27–37, hier: 36.
cite-note-4646. ↑ Adeline Vasquez-Parra: Histoire du QuĂ©bec des origines Ă  nos jours. Éditions Tallandier, Paris 2025, ISBN 979-1-02106190-3, S. 289 f.
cite-note-4747. ↑ Eduardo Galeano: Die offenen Adern Lateinamerikas. Peter Hammer Verlag.
cite-note-4848. ↑ Katrin Neubauer: Exilchilenen: Leben in der DDR (www.lateinamerikanachrichten.de Ausgabe: Nummer 287 - Mai 1998)
cite-note-4949. ↑ Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte Band 61, Heft 4, S. 513–549, (Oktober 2013), Chile als Partner, Exempel und PrĂŒfstein. doi:10.1515/vfzg.2013.0023.
cite-note-5050. ↑ BND gegen Stasi – Deutsche Geheimdienste und Diplomaten in Chile '73 (2023). Internet Movie Database, abgerufen am 4. Januar 2024.